Besuch der Hauptwerkstätte der Wiener Linien

Abendschüler:innen gewinnen wertvolle Einblicke

Am 16. Juni 2026 besuchten Studierende der Höheren Abteilung für Berufstätige / Elektronik und Technische Informatik der HTL Donaustadt im Rahmen eines Lehrausgangs die Hauptwerkstätte der Wiener Linien. Der Besuch bot eine wertvolle Gelegenheit, technische Inhalte aus dem Abendunterricht mit realen Anwendungen aus der Praxis zu verbinden und einen umfassenden Einblick in die Instandhaltung moderner Fahrzeuge des öffentlichen Verkehrs zu erhalten.

Die Wiener Linien nehmen im öffentlichen Verkehr Wiens eine zentrale Rolle ein. Mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus sorgen sie täglich dafür, dass zahlreiche Menschen zuverlässig, sicher und nachhaltig durch die Stadt gelangen. Damit dieser Betrieb reibungslos funktioniert, ist im Hintergrund eine umfangreiche technische Infrastruktur erforderlich. Die Hauptwerkstätte der Wiener Linien ist dabei ein wesentlicher Bestandteil dieses Systems, da dort Fahrzeuge und Fahrzeugkomponenten gewartet, geprüft, instand gesetzt und für den weiteren Einsatz vorbereitet werden.

Während der Führung erhielten die Studierenden Einblicke in verschiedene Bereiche der Fahrzeuginstandhaltung. Besonders eindrucksvoll war die Besichtigung eines Flexity-Straßenbahnfahrzeugs mit ausgebauten Fahrwerken. Der Flexity zählt zur modernsten Generation der Wiener Straßenbahnfahrzeuge und steht damit beispielhaft für die Weiterentwicklung des öffentlichen Verkehrs in Wien. Durch die ausgebauten Fahrwerke konnten der Fahrzeugunterbau sowie zentrale Baugruppen aus nächster Nähe betrachtet werden. Die Studierenden erhielten dabei einen praxisnahen Eindruck davon, welche mechanischen, elektrischen und elektronischen Systeme für den sicheren und zuverlässigen Betrieb eines modernen Straßenbahnfahrzeugs erforderlich sind.

Ein weiterer technischer Schwerpunkt war die Besichtigung eines Triebdrehgestells der Fahrzeugtype V der Wiener U-Bahn. Die Type V gehört zur vorletzten U-Bahn-Wagengeneration der Wiener Linien und ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Wiener U-Bahn-Flotte. An diesem Triebdrehgestell wurde deutlich, wie komplex Schienenfahrzeuge aufgebaut sind. Ein Triebdrehgestell übernimmt nicht nur die Führung des Fahrzeugs im Gleis, sondern beinhaltet auch wesentliche Komponenten für Antrieb, Kraftübertragung, Federung, Dämpfung und Bremsung. Zusätzlich sind Leitungen, Sensorik sowie elektrische Anschlüsse integriert, die für Betrieb, Überwachung und Sicherheit eine wichtige Rolle spielen.

Anhand dieser Beispiele wurde sichtbar, dass moderne Fahrzeuginstandhaltung weit über den einfachen Austausch defekter Teile hinausgeht. Bauteile werden demontiert, gereinigt, überprüft, instand gesetzt und anschließend wieder für den Einsatz vorbereitet. Dazu sind strukturierte Fehlerdiagnose, mechanische und elektrische Prüfverfahren, fachgerechte Aufarbeitung sowie sorgfältige Qualitätskontrolle notwendig. Gerade im öffentlichen Verkehr haben Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der Fahrzeuge höchste Priorität.

Ein besonderer Bezug ergab sich zur Ausbildung in der Elektronik und Technischen Informatik. In der Hauptwerkstätte wurde sichtbar, wie eng mechanische Systeme, elektrische Anlagen, elektronische Baugruppen, Steuerungstechnik und Informationstechnologie in modernen Verkehrssystemen miteinander verbunden sind. Viele Inhalte der Ausbildung, etwa elektrische und elektronische Schaltungen, Mess- und Prüftechnik, Automatisierung sowie technische Fehlersuche, konnten anhand praktischer Anwendungen nachvollzogen werden.

Für die Studierenden der Abendschule war dieser Praxisbezug besonders wertvoll, da sie ihre technische Ausbildung neben ihrer beruflichen Tätigkeit absolvieren. Der Lehrausgang zeigte anschaulich, welche Bedeutung fundiertes technisches Wissen in realen Arbeitsprozessen hat und welche beruflichen Möglichkeiten sich im Bereich Verkehrstechnik, Instandhaltung, Elektronik und technischer Infrastruktur eröffnen.

Der Besuch machte außerdem deutlich, welchen Stellenwert gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker für den zuverlässigen Betrieb des öffentlichen Verkehrs in Wien haben. Ohne professionelle Wartung, präzise Prüfprozesse und laufende technische Betreuung wäre ein sicherer und leistungsfähiger Stadtverkehr nicht möglich.

Wir bedanken uns herzlich bei den Wiener Linien für die informative Führung, die fachlichen Erklärungen und die spannenden Einblicke in die technische Welt der Fahrzeuginstandhaltung.

Foto 1: Studierende der HTL Donaustadt vor einem Triebdrehgestell der Fahrzeugtype V der Wiener U-Bahn. Die Type V gehört zur vorletzten U-Bahn-Wagengeneration der Wiener Linien.

Foto 2: Einblick in die Fahrzeuginstandhaltung: Flexity-Straßenbahn mit ausgebauten Fahrwerken. Der Flexity zählt zur modernsten Generation der Wiener Straßenbahnfahrzeuge in Wien.

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